und immer wieder die kleinen gesten

if we don’t, remember me. was für ein wunderbares weblog. (via ankegroener)

katharine morling macht skizzen von den dingen die sie umgeben. in keramik. lebensgroß.

(via daily art muse)

wollte heute ein rotes kleid kaufen. bin mit drei dunkelblauen kleidern heimgekommen. die machen sich sicherlich im schrank neben den fünf anderen neuen dunkelblauen kleidern recht gut. ich weiß nicht was das für eine obsession ist mit dunkelblau, dark blue, navy. keine ahnung, ehrlich.

überhaupt: kleider. und ein rock. ich habe ja quasi mein ganzes erwachsenenleben lang hosen getragen. meistens jeans und t-shirts. irgendwie habe ich wohl immer gedacht ich könne keine kleider tragen bei meiner figur. wenn ich alte fotoalben durchschaue merke ich dass ich heute sicherlich 15 kilo mehr wiege als mit anfang 20. aber seit einiger zeit denke ich kaum mehr darüber nach und ziehe keine kleidung zum verstecken mehr an sondern welche zum herzeigen. ich trage kleider und röcke und absatzschuhe und kontaktlinsen und bekomme komplimente. das leben ist schön.

p.s.: ich kaufe übrigens sehr viel bei asos.de und topshop.com. die kleider und schuhe und überhaupt alles dort sind großartig. nur so als hinweis.

me and you and everyone we know ist einer meiner lieblingsfilme. die kurzgeschichten von miranda july haben mich hingegen nicht so vom hocker gerissen, andere projekte wie der kurzfilm are you the favorite person of anybody? oder das web- und buchprojekt learning to love you more schon.

weil ihr neuer spielfilm the future bald startet kann man sich von miranda july die zukunft orakeln lassen. zweimal pro woche, per mail. “u know how jason bourne keeps on moving, no matter what? u should too. bullet to the leg? keep going. don’t think, just go” stand da soeben in meiner mailbox. so i will be bourne. alright.

ich stehe am rand einer theaterbühne. sie ist ziemlich groß, der saal gefüllt. in der mitte der bühne stehen leute und spielen bereits. ich weiß dass ein abend mit vier oder fünf kurzen stücken auf dem programm steht. aber ich habe keine ahnung was meine rolle ist und was als nächstes kommt. geschweige denn kann ich den text. ich stehe also da, mit einem schnellhefter voller kopierter texte in den händen und warte auf den moment wo alle verstummen und mich anstarren weil ich meinen einsatz verpasst habe und ich dann immer noch nicht weiß was meine rolle ist, wie mein text geht und wann und wo ich ihn sagen soll. ich bin froh um jede minute, jeden abschnitt des stücks der vergeht ohne dass mein nichtwissen auffliegt. irgendwie ist die stimmung auf der bühne aber sehr angespannt, besonders um mich herum. plötzlich fällt aus dem schnürboden etwas herunter, es klingt wie ein schlüsselbund, aber nachdem es jemand aufhebt und mir zeigt ist es eine ca. 20 cm große massive weiß glänzende buddhastatue. ich beginne mich zu fürchten. irgendwann ist das stück vorbei, ich bin nicht aufgeflogen.
aufgewacht.

(die abstände in denen ich diese bühnenträume habe sind mittlerweile sehr groß, und in diesem fall weiß ich auch wieso ich ihn heute nacht hatte. trotzdem: es hört nicht auf sich unangenehm anzufühlen. selbst wenn die weiße buddhastatue eine interessante überaschung war.)

bei the burning house kann man fotos von den sachen hochladen die man im fall eines wohnungsbrandes mitnehmen würde. interessante frage die ich sehr schwer zu beantworten finde. hier mein versuch:

essential things

essential things

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todd mclellan zerlegt sachen.

exploded typewriter made by by todd mclellan

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reliquarium von jackie mock

reliquarium art von jackie mock

reliquarium art von jackie mock

ich bin wieder hier. der grund für meine abwesenheit war eine domainübersiedelung in kombination mit einem technischen gebrechen und dem urlaub meines tollen webmenschen der das alles wieder repariert hat. und während ich das hier die ersten zwei wochen nicht wirklich vermisst hatte war mir facebook dann doch unzulänglich und das kreativprojekt drüben im wohnzimmer zu restriktiv weil nicht wortlastig und beides wenig tagebuchgeeignet. und das ist es letztlich hier für mich: ein tagebuch, irgendwie. etwas in dem ich mehr als 140 zeichen oder drei facebookzeilen lang formulieren kann. ein raum zum mäandern und assoziieren, mit worten und manchmal auch bildern.

it’s so good to be back.

ich war schon lange nicht mehr bogenschießen.

(via sally jane vintage)

draußen herrscht stimmungsdämpfendes aprilregensturmwetter. wobei meine stimmung unerklärlicherweise schon beim vorhergehenden sonnenschein gedämpft war.

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trage bereits den zweiten tag in folge ein kleid. (sie mögen sich das bitte als herausragendes ereignis in ihre  kalender notieren. dankeschön.)

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in dem ankündigungskasten an der kirchenmauer westbahnstraße ecke zieglergasse steht “kinderkreuzweg: 1. april, 15 uhr”.

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die postwurfsendung preist ein computerspiel namens “der kinder-landmaschinen-simulator” an.

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vielleicht geht kindheit ja heute anders als früher. aber wahrscheinlich ist sie nur in andere worte und sachen verpackt.

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abgesehen von den horrenden preisen hängt die bademode auf der urban outfitters seite an einkaufsspaßverderbenden skelettmodels.

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drüben im wohnzimmer habe ich die 100er marke überschritten. unglaublich.

heuer bei der diagonale in graz viele dokumentationen gesehen. dabei einige gute die den menschen sehr nahe kommen.

auch im nachhall der unten beschriebenen aktion “zeitgeschichten” frage ich mich tage danach immer noch was ich mit meinem beruf überhaupt anfange. so viele echte geschichten sind da draußen, manche zerreißen mir das herz (die mißbrauchsgeschichte bei den zeitgeschichten zum beispiel), andere bringen mich spontan zum lachen, alle berühren sie mich, und dasselbe passiert mir bei den protagonistInnen der guten dokumentarfilme.

ich verbringe meine tage hingegen damit mich mit ausgedachten leben zu beschäftigen, mit fiktiven figuren. 90% dessen dient der unterhaltung, was ich für vollkommen berechtigt halte. die übrigen 10% gehen immerhin ans eingemachte. aber trotzdem: das echte leben ist so viel voller, reicher, unmittelbarer als das meiste des erdachten.

gleichzeitig liebe ich meinen beruf immer noch, nach sieben jahren. ich liebe die unterhaltungsfilme aus vollem herzen. aber ich merke dass ich wählerisch werde bei den projekten die ich zusätzlich annehme. ich weiß jetzt wonach ich bei neuen geschichten suche bevor ich zusage.

im grunde will ich filmstoffe lesen und sehen, die mir über die konkrete geschichte hinaus etwas über das mensch sein an sich erzählen. darüber dass menschen dieselben dinge umtreiben wie vor 3000 jahren und wie in weiteren 3000, sofern es dann noch menschen gibt und wir uns noch nicht selbst zerstört haben.

wir mögen zwar ipods und laptops mit uns herumtragen, aber im innersten geht es immer um das gleiche, davon bin ich überzeugt. die seelischen verletzungen, die emotionalen aggregatzustände, die haben sich nie geändert. der mensch ist dem menschen ein wolf, ist es immer gewesen und wird es immer sein. einer allein ist mit sich selbst beschäftigt, ab zwei wird es fragil und ab drei menschen kompliziert. und wunderschön, und harmonisch, und konfliktreich, und aufregend, und abgründig, und hasserfüllt, und all das eben was das leben ausmacht.

und genau diese geschichten will ich finden und an ihrer entstehung mitarbeiten. die erzählungen die nicht über sich selbst hinausweisen sind zwar oft auch gut und haben manchmal das bessere handwerk vorzuweisen, aber was mich wirklich interessiert ist etwas anderes. vielleicht erfahre ich dann auch in ausgedachten filmen etwas über die menschen im realen. das würde mir sehr gefallen.

marines sergeant john sexon, lance corporal camerson stark and lance corporal joshua stevens roleplaying as taliban fighters, landing zone owl, marine corps mountain warfare training center, 2009

die tage sind dieser tage so voll mit geschichten.

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meine eltern schreiben mir in regelmäßigen abständen briefe. im letzten schreibt mein vater “wir verfolgen die katastrophe in japan am tv. der zauberlehrling hat das codewort vergessen – und der meister kommt nicht…”. ich lese den satz mehrmals.

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ich habe letzten sommer mit meinem kurzfilm eine carte blanche in der wienstation gewonnen. am samstag veranstalte ich dort eine lesung, aber der betreiber des kunstraums hat mir den schlüssel schon am montag gegeben. seit gestern nachmittag sitze ich daher dort mit freunden und arbeite an kreativprojekten. im anschluss haben wir heute das kunstprojekt “zeitgeschichten” in der brunnenpassage besucht. schülerInnen mit migrationshintergrund die dafür ein stipenium bekommen haben führen uns zu verschiedenen menschen in der gegend um den brunnenmarkt, die uns geschichten erzählen. der erste ist besitzer eines schreibwarengeschäftes und erzählt von einer reise nach afghanistan die viele jahre her ist, und wie schwierig es damals war trotz visums und ohne schmiergeld über die grenze zu kommen. dann erzählt ein türkischer junge wie er mit 11 beim versuch erwischt wurde alkohol zu trinken, aber die mutter ihn und die geschwister nicht dem vater verraten hat der gerade von einer pilgerreise zurückgekehrt war. die nächste geschichte erzählt ein mann aus peru, der in den 1980er jahren wegen nach einem besuch in nicaragua beinahe nicht mehr nach wien zurückgekommen wäre. dann gehen wir in eine wohnung und hören eine unglaubliche liebesgeschichte, in der es 37 jahre gedauert hat bis sich zwei seelenverwandte wiedergefunden haben. und am ende erzählt eine frau ende 20 wie sie von ihrem vater sexuell missbraucht wurde.

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all diese geschichten sind aus dem echten leben. und ich frage mich in dem augenblick warum ich so viele stunden in meinem beruf aufwände um fiktionen zu erzählen wenn die wirklichen geschichten doch ohnehin bereits erlebt wurden und ihre erzählungen viel intensiver sind als die meisten drehbücher.

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wir gehen essen und sind müde. bei mir liegt es an einem hektischen tag, noch mehr aber an diesen geschichten die sich in kopf und herz abgesetzt haben. das leben ist so prall und vielfältig, ich vergesse das manchmal wenn ich zu lange und zu sehr auf mich zurückfalle.

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die zeitgeschichten kann man nochmals nächsten donnerstag in der brunnenpassage erleben. vorherige anmeldung erforderlich, es lohnt sich wirklich sehr.

am 19.3. veranstalte ich in der wienstation am lerchenfelder gürtel eine lesung und ein kurzfilmscreening. ihr seid alle herzlich eingeladen! die details findet ihr hier.

jetzt ist es schon nach mitternacht, aber diese videosammlung zum frauentag erfreut hoffentlich trotzdem noch eure herzen.

so, zuerst mal für den richtigen soundtrack sorgen. das lied wird auf fm4 grad rauf und runter gespielt und vom orf sogar zur hymne des diesjährigen frauentags ausgerufen. (ach, die großartige amanda palmer…)

und weiter gehts mit film, funk und fernsehen. habt ihr schon einmal den bechdel test gemacht? ihr wisst nicht was das ist? hier wirds erklärt:

und jetzt die reinkarnation des männlichen schlechthin, daniel craig und die frage “are we equal?”. grandios.

und hier noch ein video über die tollen erfindungen die viele frauen gemacht haben ohne dass wir es wissen (aber wo sind da hedy lamarr und ada lovelace?). ein wenig zwiespältig finde ich das schon, weil sich nicht alle “modernen” frauen aussuchen lächelnd der mehrfachbelastung kind, arbeit, haushalt und freizeit anheim zu fallen. aber dennoch:

was ich von dem hier halten soll weiß ich noch nicht genau. irgendwie ist das saugut, aber irgendwie auch ziemlich merkwürdig. aber eins ist sicher: der helmut newton mit seinen nackerten bauhausmodels damals in den 1980ern(?) hätte für seine werbefotos lieber diese frauen abbilden sollen. und equal pay day ist sowieso ein wichtiges anliegen.

so, das wars vorerst. ich hoffe wir sehen uns am 19. märz bei der großen frauendemo um 14h am schwarzenbergplatz!

und hier noch ein bisschen lektüre: mädchenmannschaft, mädchenblog, missy magazine – jeweils mit langen blogrolls zum weiterlesen.

mich beschäftigt ein thema zur zeit sehr. es geht um körperwahrnehmung, um diese stimme in mir, die mich degradiert indem ich mir ständig sage dass ich zu dick, zu hässlich, nicht angemessen bin.

diese stimme sagt mir sachen für die ich mich hassen würde wenn ich sie über andere menschen laut sagen würde. weil sie übergriffig, abwertend und verletzend sind. offen gestanden bin ich ziemlich erschrocken als ich mir das bewusst gemacht habe.

seit ich darüber nachgedacht habe wie absurd das ist schweigt die stimme die meiste zeit. und ich bringe ihr sogar bei, dass sie andere dinge zu mir sagt. dass ich gut aussehe, zum beispiel. und ausstrahlung habe, und intelligenz. dass ich einfach großartig bin. die wahrheit eben, und keine lügen mehr.

und heute bin ich über das hier gestolpert – “you are spectacular”. so schön.

was ich außerdem großartig finde ist der weg von anke gröner, den ich auf ihrem weblog verfolge. zusammenfassung hier. und das stichwort body acceptance, auf das ich glaube ich auch über ankes blog gestoßen bin. (danke dafür.)