hier passiert so wenig weil drüben im wohnzimmer so viel passiert das mir stellenweise auch das tagebuchartige ersetzt, und dann ist da auch noch facebook und überhaupt diese ganze internetzerstreuung. aber ich gebe die hoffnung nicht auf dass hier vielleicht wieder mal mehr passiert. jetzt fällt mir zum beispiel gerade etwas ein.

wenn ich am ipad “hennes und mauritz” eintippe macht die autokorrektur “hennes und nairobi” draus.

luzinterruptus: radioactivity controls, 2011

luzinterruptus: radioactivity controls, 2011

installation von luzinterruptus: radioactivity controls. mehr bilder hier.

durch den internen büroumzug von einem zimmer ins andere ist die gelegenheit günstig und so leeren sich die alten ordner in den altpapiercontainer. dabei kommt mir ein ausdruck in die hände, ungefähr zehn seiten text, und zwar das logbuch der morpheus air, die in den urzeiten, also um 2003 muss das gewesen sein, auf strg.at ihre runden flog. leider lässt die flight history zu wünschen übrig, die eigentlichen texte sind quasi nicht mehr vorhanden. das ist sehr schade, sie waren nämlich schön und sehr merkwürdig.

ich beschäftige mich ja seit einiger zeit immer mehr mit feminismus, gleichstellung, ungleichstellung, gender und wie sich das alles in der karriere auswirkt. schuld daran ist unter anderem der fc gloria, ein zusammenschluss österreichischer filmemacherinnen. das hat mir die augen geöffnet für das was da oft hinter den kulissen vorgeht. ich selbst erlebe in meinem beruf auch manchmal ein autoritätsgefälle – dass ich nicht ernst genommen werde weil ich eine frau bin. aber zum glück geschieht das eher selten und zum noch größeren glück habe ich mich ganz gut etabliert und bin nicht auf jeden auftrag angewiesen.

merkbar ist es eher im kleinen. in den halbsätzen wenn man weibliche charaktere im drehbuch diskutiert, in den kleinen spitzen wenn man als frau in einer filmjury für einen film stimmt der von einer frau gemacht wurde. aber ich kenne zahllose andere geschichten. die von der kamerafrau die aus österreich wegging weil sie hier kaum jobs bekam weil sie eine frau ist. und so weiter.

kompliziert und tragisch wird die sache in meinen augen aber besonders dann wenn es frauen sind die gegen frauen arbeiten. das beginnt bei kleinen aussagen von frauen wie “also mir macht das gar nichts wenn wer einen witz gegen frauen erzählt”, geht über das mitspielen von frauen wenn der boss sie im job “mäuschen” nennt und sie permanent mit einem “uups ich war ja schon wieder politisch unkorrekt” lächeln objektiviert und klein macht und endet im großen wenn frauen die in wichtigen positionen für gleichstellung verantwortlich sind auf der seite der männer kämpfen obwohl die fakten für die frauen sprechen.

hier nur ein beispiel aus dem österreichischen filmbusiness: auf der wiener filmakademie gibt es keine profesorinnen, überhaupt unterrichten dort nur 27% frauen. bei jeder neubesetzung einer professur gäbe es eine chance das zu ändern, aber sie wird konstant nicht wahrgenommen. wie neulich wieder. in so einer situation passiert dann auch noch folgendes:

Eine gepfefferte Antwort erhielten die Netzwerkerinnen von der Gleichstellungsbeauftragten Ulrike Sych: “Sehr höflich” ersuchte Sych, “im Namen aller karrierefähigen Frauen in Zukunft Ihre feministische ,Gschaftelhuberei‘ zu unterlassen.” Alberts Berufung würde umgekehrt “eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (in diesem Fall männlich) ergeben.”

es gibt noch sehr viel zu tun, an allen ecken und enden, im großen und im kleinen. und falls hier eine österreichische filmschaffende mitliest: informationen zur mitgliedschaft bei fc gloria gibt es auf der website unter der mailadresse am ende der homepage.

mein herzenswunsch ist eine wunderkammer.

in der auslage des teppichgeschäfts in der webgasse hängt ein großes schild: “SCHÖNPUTZEN 15 €/M2 (STATT 30€)”, und ich frage mich ob schiachputzen auch im angebot ist.

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eine mutter mit einem kleinen kind kommt mir entgegen, die mutter scheint etwas über termine zu reden (ich vermute es geht um den schulbeginn) und als sie auf meiner höhe sind fragt das kleine mädchen die mutter “und wann sind die nächsten ferien?”. gute einstellung hat das kind, denke ich mir.

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museum of broken relationships. jeder gegenstand eine geschichte. (a storytelling heaven, quasi.)

divorce day mad dwarf, museum of broken realtionships

divorce day mad dwarf, museum of broken realtionships

(via it’s nice that)

ich war in kopenhagen. eine schöne stadt mit schlechtem wetter. die dänen entpuppen sich jedoch im alltag tendenziell als rüpelhaft, und es fällt ihnen offensichtlich nicht auf. c. merkt an dass die erhoffte dänische schönheit bei den männern auch zu wünschen übrig lässt. das bed&breakfast ist hingegen formidabel.

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wir besuchen olafur eliasson im nebel und im regenbogen, ich bin ganz beglückt.

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I heart evol: rural city

evol: rural city

evol: rural city

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romance your own heart

mein letzter job als regieassistentin an einem theater ist jetzt mehr als zehn jahre her. danach wollte ich nicht mehr und bekam depressive verstimmungen, und rückblickend würde ich den grund dafür wohl “burnout” nennen.

“let’s celebrate tonight ’cause tomorrow you give your life to theatre” hatte jemand am abend in der runde vor dem ersten probentermin von “dantons tod” bei den salzburger festspielen in der regie von robert wilson gesagt, wo ich hospitantin war.

in den paar theaterjahren habe ich tatsächlich ausschließlich für die bühne gelebt. jeder verpatzte lichtwechsel in einer aufführung in der ich abendspielleitung hatte war eine persönliche katastrophe. die möbler und die requisiteure können sich nicht einigen wer den kleinen hocker beim umbau anfasst. der ins stück eingebaute korrepetitor für die heurigenszene von “geschichten aus dem wienerwald” schickt einen nicht instruierten ersatzmann zu den proben. am schluss meines letzten engagements ist der regisseur ein energievampir und lässt den schauspieler 30 mal aus der gasse auftreten und seinen ersten satz sagen, und am fünften probentag schießen mir die erschöpfungstränen nach den ersten fünf probenminuten des stücks in die augen nur weil ich neben dem regisseur sitzen muss (pikanterweise handelt es sich um “die zofen” von genet wo es um abhängigkeitverhältnisse geht). ich ziehe nach mitternacht einen kleinen handkarren mit probenrequisiten hinter mir her weil wir von der probenbühne ins haupthaus wechseln und das theater so klein ist das dieser job an mir hängen bleibt. es haben so wenige zuschauer karten reserviert dass wir die vorstellung in der kleinen kellerbühne absagen müssen und der regisseur meint “die leute verstehen eben die inszenierung nicht”. schauspieler verschwinden nach einem streit mit der regie für stunden und sind unauffindbar. und so weiter, eine ansammlung von existentiellen schicksalsschlägen.

hätte mir damals jemand gesagt “spinnst du? das ist doch nur theater”, ich hätte mich empört und wäre wortlos gegangen. gesünder wäre es aber auf alle fälle gewesen den satz ernst zu nehmen. jedenfalls steht viel von dem was ich damals nur unbewusst empfunden habe in diesem interview mit der theaterregisseurin karin beier.

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eigentlich ist der beruf den ich jetzt habe noch absurder: ich beschäftige mich stundenlang mit fiktiven figuren als wären sie real, ich ringe um ihre konflikte, kämpfe mit sendeplätzen, redaktionen, zuvielen meinungen die an einem drehbuch zerren. in den stunden in denen ich arbeite gibte es weniges das ich ernster nehme als diese quasi reale fiktion. aber ich kann viel leichter aussteigen und habe ein echtes leben nebenbei. Ich bin einerseits dem elfenbeinturm entkommen und habe andererseits spaß wenn ich in ihm sitze. vielleicht nennt man das abgrenzung, für mich heißt es: alles ist gut. und schön langsam bekomme ich sogar wieder lust auf theater.

“mildtätig”

ich habe mich nie für den bachmannpreis begeistert, überhaupt bin ich ungebildet was gegenwartsliteratur betrifft und es vergehen monate in denen ich nichts außer viele berufsbedingte drehbücher und internetartikel lese. immerhin bin ich neugierig und schaue in die videos der bisher drangekommenen autorInnen hinein. ich kann mich aber nicht auf die texte konzentrieren weil ich die ganze zeit über das sprechen nachdenken muss. ob es da geheimabsprachen gibt zum beispiel, die da lauten: sprich so unbetont und neutral wie möglich. setze pausen an stellen wo sie unnatürlich wirken. keine tempiwechsel. und so fort.

ich würde das wirklich gerne verstehen, kann mich aber nur in vermutungen ergehen. vielleicht sind viele autorInnen menschen die per se nicht gern vor publikum lesen, und schon gar nicht um die wette (überhaupt: “wettlesen” – wtf?). und vielleicht herrscht ja eine angst dass man in die unterhaltungsecke gedrängt würde wenn man zu lebendig liest. und vielleicht sollten die eigenen texte schlichtweg besser von fremden menschen interpretiert werden. und vielleicht tut das diesen textsorten andererseits gut wenn man sie genauso vorliest wie hier.

und dann das reden der expertInnen über die texte die über den autor, die autorin oft sprechen als säße er oder sie nicht da.

ich habe keine ahnung von dem ganzen, aber diese bachmannpreissache ist für mich eine große merkwürdigkeit.

als ich für das gestrige be creative projekt die österreichische benimmbibel von 1957 durchgeblättert habe bin ich auf folgenden text über das verfassen von liebesbriefen gestoßen:

wer in diesen dingen ungewandt und um worte verlegen ist, der möge bedenken daß liebe auch den ungeschicktesten und schlichtesten satz verklärt und daß ein gestammeltes “ich denke an dich” oder “sei wieder gut” oft weit mehr wiegt als die süßesten und schwatzhaftesten redensarten eines don juan.

“das ficht mich nicht an.”

mein rücken hat stellenweise dieselbe farbe wie mein bikini. frage: 1. welche farbe hat mein bikini? 2. was ist passiert?

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(es ist so wie ihr euch das vorstellt. schön blöd.)

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im drogeriemarkt die vergessene sonnencreme nachgekauft, dabei plötzlich an den geruch von tiroler nussöl gedacht. eine kindheitserinnerung aus dem strandbad von mattsee. meine eltern haben sich und mich nie damit eingeschmiert, aber diverse umliegende menschen haben das getan. besonders die älteren mit der ledernen dunkelbraunen faltenhaut. die jeden tag von früh bis spät in sonne gebadet haben.

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mattsee bei salzburg

(das foto ist schon älter. und ich war zu lange nicht im strandbad. sehnsucht.)

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im drogeriemarkt gibt es kein tiroler nussöl. aber es scheint noch zu existieren.

sommerfrisur

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jeden sommer dasselbe procedere, und jeden sommer denke ich wieder “die haare sind jetzt aber echt kurz”.

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ich warte vor dem friseur und unetrhalte mich mit der mitarbeiterin des modelabels daneben. wir reden über dies und das, da kommt ein mann vorbei mit einem rucksack und einem dunkelblauen sakko am arm. er will offensichtlich reden, und er smalltalkt über sein sakko, ein bisschen zu vertraut für einen fremden menschen. plötzlich sagt er “und, glücklich vergeben?” und schaut uns erwartungsvoll an. wir nicken beide eifrig (notlügen sind in dieser situation für mich ein muss), er fängt an über sein leid mit seiner “singlefalle” zu sprechen, in einer mischung aus deutsch und englisch. nach längerem hin und her geht der mann, nicht ohne noch laut weiterzureden dass er einen flug nach l.a. buchen muss, und das sei ja alles nicht so einfach. ich glaube er hat sein leben damit gemeint. wir waren aber beide ganz froh als er weg war.

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dieser gezeichnete vorschlag ist wirklich praktisch für situationen in denen man sich mal wieder nicht traut die drei worte auszusprechen.