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am 1. juli war am heldenplatz eine demonstration für eine menschenwürdige asylpolitik. auslöser ist das tauziehen um und die nun tatsächlich erfolgende abschiebung von familie zogaj. aber es gibt abgesehen von dem fall noch viele andere, und es zeigt sich, dass hier recht nicht gleich recht ist.

der oberste verfassungsgerichtshof entscheidet vor einigen jahren, dass in den zweisprachigen regionen kärntens die im staatsvertrag von 1955(!) angekündigten zweisprachigen ortstafeln aufgestellt werden müssen, doch es passiert immer noch nichts. kürzlich entscheidet der oberste verfassungsgerichtshof, dass  familie zogaj doch ausgewiesen wird  (wenngleich es immer wieder die möglichkeit des humanitären bleiberechts gegeben hätte, was das innenministerium jedoch ignorierte) und dieses recht wird nun stante pede umgesetzt.

zudem wirft man der familie vor, sich “unzulässig integriert” zu haben, weil sie ja unzulässig in österreich war, die familie, und sich während der zeit eben sozial integriert hätte, und somit sei die integration natürlich auch unzulässig erfolgt. und überhaupt gäbe es ja im kosovo gute psychiater bei denen sich die psychisch schwer angeschlagene mutter in behandlung begeben könne.

so geht das bei uns hier in österreich.

Demo für menschenwürdige Asylpolitik

bei der demonstration wird eine botschaft von elfriede jelinek abgespielt, und es handelt sich dabei um diesen sehr guten text. auch sonst sind die ansprachen vernünftig (was ja bei demonstrationen die per se gern ins parolenhafte kippen keine selbstverständlichkeit ist). nur hatte ich mir mehr menschen erwartet.

und dabei fällt mir ein, dass ich noch googeln muss, ob österreich das einzige land ist in dem man asylwerbern während ihr asylantrag läuft verbietet zu arbeiten, mit ausnahme der ausübung des gewerbes der prostitution.

als ich einige stunden später durchs museumsquartier gehe, sind dort gefühlt beinahe mehr menschen als vorher bei der demonstration, aber naja.

A Night At The Museum(squartier)

dass frauen “nein!” sagen wenn sie eigentlich “ja!” meinen ist einer dieser unglaublich dummen mythen, die sich hartnäckig halten und immer noch als ausreden verwendet werden, um etwas gegen den willen eines anderen menschen zu tun.

jede frau, die schon mal in so einer situation war kann das bestätigen. und damit meine ich zum beispiel auch eine flirtsituation, die ins unangenehme kippt, weil ein “nein!” nicht verstanden werden will. und natürlich meine ich damit auch situationen, die körperliche und intime grenzüberschreitungen beinhalten. es ist und bleibt für mich immer eine form von gewalt und macht, das “nein!” des gegenübers zu negieren.

wenn ich mir ein 13jähriges mädchen vorstelle, das von einem sehr viel älteren mann mit drogen und alkohol befüllt wurde, das diesem mann deutlich ein “nein!” entgegen stellt, das trotzdem mit ihm sex haben muss, und dieser mann sich dann aus dem staub macht, in einem funktionierenden rechtssystem, dann ist mir das auch egal, wie prominent der ist, dann muss diese grenzüberschreitung in einem funktionierenden justizsystem doch zu ahnden sein.

da ist es mir egal, ob es damals unstimmigkeiten im prozess gab, ob der mann inzwischen preisgekrönte filme gemacht hat, ob das mädchen, mittlerweile erwachsen, keinen prozess will (übrigens um ihr privatleben zu schützen und nicht, weil sich irgendetwas an den vorwürfen von damals auch nur im geringsten geändert hätte).

denn ein “nein!” ist ein “nein!”, und das ist eine der wichtigsten lektionen, die man kindern beibringen sollte. sowohl das “nein!”-sagen als auch das “nein!”-respektieren.

und hier noch eine kurze zusammenfassung der wichtigen argumente in dem fall polanski:

über einen ähnlichen, gefährlichen und entwürdigenden mythos schreibt gingerbox, bei der ich auch das video oben gefunden habe, und hier gibt es einen guten artikel auf salon.com.

…vor denen möchte ich mich einfach nur verstecken.

gestern war ein ganzer scheiß tag, heute immerhin nur ein halber. da freue ich mich jetzt doch direkt auf das geschäftsdinner. (uff. ich kann nicht mehr.)
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to do liste: das ehemals geliebte und jetzt verhasste projekt wieder liebgewinnen.
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der argentinische mann, der in die kategorie “energievampir” fällt, und den ich vor 24 stunden zum ersten mal am besprechungstisch kennen gelernt habe, beendet das meeting damit, mich augenzwinkernd mit folgendem hinweis auszustatten: “weißt du, brauchst du einfach eine lover.” nein, danke, was ich brauche, weiß ich schon selber. vor allem keine solchen sprüche.
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nein, ich finde, es ist nicht zuviel verlangt, einige basisinformationen weiterzugeben, sodass ich mir während der besprechung nicht zehnmal denke “hätten wir das doch schon früher gewusst”. das ergebnis des meetings ist natürlich, alles zu verwefen und von neuem anzufangen.
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ja, ich behalte es mir vor, mangelnde kommunikation aufzudecken und das auch anzumerken. vor allem wenn dadurch 1 monat leere kilometer entstanden sind. da geht doch noch wirklich was in puncto effizient, meint man.
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so, jetzt reichts mir. und morgen komme ich später ins büro.

ich HASSE, HASSE, HASSE das ganze scheißdepperte steuerzeugs. wäh, wäh, wäh.

(lassts mich doch alle in ruh’.)

diese greenpeaceamnestyvierpfotenwasweißich spendenkeiler sind echt eine plage. nicht nur, dass sie einem auch noch nach 21 uhr auf der mariahilfer straße auflauern, und nicht nur, dass sie kein “nein” verstehen (respektlosigkeit galore!), nein, jetzt keilen sie sogar schon in der ubahn station. und den genervten reaktionen der passanten zu urteilen finden die das genauso widerlich wie ich.

menschen und technik ist eine wahrlich ungünstige kombination. ich lasse mich hier nicht über details aus, sonst wird es unangenehm. nur so viel: es ist offenbar unmöglich, mir seitens der uni einen zugang zu meinem eigenen blackboard kurs zu erstellen, den ich als unterstützung zum unterricht brauche. ohne den kann ich nicht in e-mail kontakt mit den studenten treten. das muss ich aber unbedingt und umgehend, da ich sonst meine kursplanung schmeißen kann. trotz nachfragen bekomme ich auch nicht mal übergangsweise eine liste mit den e-mail adressen der studentInnen. warum weiß ich nicht. ich fühl mich grad verarscht. danke für die aufmerksamkeit.

die festplatte blieb defekt. alles weg. die geschäftsdaten sind noch bis oktober 2007 extern gesichert, und geschätzte 97% der arbeit seitdem ist via webmail ebenfalls leicht abrufbar. diesbezüglich also alles halb so wild. aber die fotos, die tun richtig weh. (letzteres hätte ich nicht gedacht, nämlich.)

immerhin waren die in dem einen macladen so ehrlich, mich mit dem kaputten macbook in den anderen macladen zu den datenrettungsexperten zu schicken.

ich will diese drehbuchanalyse nicht schreiben.
[vor verzweiflung soeben ein mayonnaise-sandwich verdrückt. ungesund.]
dem drehbuch ist nicht zu helfen. aber es muss ihm geholfen werden, aus firmenpolitischen gründen. hachnaja. schreibe ich mal den satz hin “in der vorliegenden drehbuchfassung…”. der rest ergibt sich.

(edit: der produzent ruft an und muss lachen, als ich über besagte analyseschreibblockade jammere. pöh.)

und wer bringt mir bitte auf der stelle ein eis ins büro?

(überhaupt: bin ich die einzige die arbeitet? ich meine, ein gemeinschaftsbüro von zehn selbständigen filmmenschen, und keiner da außer mir? wo ist denn da die arbeitsmoral? ich muss mich doch wirklich sehr bedauern.)

ich. kann. so. nicht. arbeiten.

dreh.jpg

normalerweise würde ich ja sagen: yeah, ich darf aufs set. aber bei dem sargnagelprojekt fällt es sogar mir gerade schwer, die notwendige euphorie darob zu erzeugen.

wie schon früher erörtert liebe ich das alleineleben. auch das alleinesein mag ich sehr. aber was mich in den letzten (umzugs-)wochen wirklich extrem genervt hat, war, den ganzen blöden rundherum-dreck völlig allein zu organisieren. selbst wenn man möbelpacker bezahlen kann. aber wenn man bei jedem winzigen termin koordinieren muss, dass man zu hause ist, dass das alles nur geht, weil man freiberuflich ist und sich daher den zeiten der handwerker und monteure anpassen kann, wenn man andauernd herumjongliert zwischen beruflichen meetings und tausend dingen, die erledigt werden müssen, und wenn man nicht ein einziges mal sagen kann “hey darling, du erledigst das und ich das, ok?” dann bin sogar ich genervt. ziemlich genervt, um genau zu sein. aber jetzt ist ja fast alles getan. zum glück. (diese woche war echt der nackte wahnsinn. hallo wochenende.)