Archives for category: the power

als der relativ junge anwalt der gegenseite im heutigen prozess um die alte wohnung den angenehm klimatisierten kleinen verhandlungssaal betritt, sieht er sich kurz um, und anstatt sich zu setzen bleibt er stehen und fragt die richterin “kann man hier ein fenster aufmachen?”, woraufhin die richterin kaum von ihren akten aufschaut und meint “die kann man nicht aufmachen”, und der relativ junge anwalt der gegenseite erfolglos versucht einen smalltalk darüber anzuzetteln (“achja stimmt, die kann man nur kippen, oder?”).
der prozess geht extrem gut für die ehemalige mitbewohnerin und mich aus, warum ist uns selbst nicht ganz klar, und auch unser jurist vom mieterschutzverband wundert sich. freuen tut er sich aber mit uns.
und ich muss immer noch über den irritationsversuch des relativ jungen anwalts der gegenseite schmunzeln, der für mich klang wie aus einem buch “verhandlungstechnik 101″. (dass ich das mit dem fenster selbst in einem verhandlungsseminar mal gelernt habe, und dass das natürlich nur funktioniert, wenn man es dramaturgisch richtig einsetzt, nämlich in einem extrem heiklen verhandlungsmoment und nicht ganz am anfang, das amüsiert mich schon ziemlich.)

die neue kampfzone (über feminismus. nicht weglaufen. lesen.)

“als mitglied der emanzengruppe teile ich ihnen mit, dass ich ihren wunsch, vor ihnen flach zu liegen, keinesfalls erfüllen könnte. sie sind mir zu klein, daher ist mir das zu tief.” (quelle)

women as warriors in history. (via pony.exe)

(da schwebt mir ja schon seit langem ein ziemlich konkreter filmstoff vor, aber historische filme ohne männliche helden in der hauptrolle – träumen Sie mal schön weiter im jahr 2006 in der filmbranche…)

ich weiß nicht wann ich das letzte mal so erleichtert war auf urlaub zu fahren. nach all dem was in den letzten wochen an mir gezehrt und gezerrt hat. (durchatmen. endlich.)

gestern nacht auf bbc prime eine dokumentation über billie jean king, amerikanische tennisspielerin, die nicht nur eine mehrfache gewinnerin der größten turniere war, sondern in den 1970ern auch durchgesetzt hat, dass frauen genauso viel preisgeld bei einem grand slam gewinn bekommen wie männer. und die ihre lesbische beziehung geoutet hat, trotz absehbarem karriereschaden.
(tennis ist mir eigentlich egal. aber dieser absolute wille, den billie jean king an den tag legte, um etwas durchzusetzen, das ihr wichtig erschien – nicht nur für sich selbst, sondern für alle frauen -, das ist äußerst beeindruckend.)