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dass frauen “nein!” sagen wenn sie eigentlich “ja!” meinen ist einer dieser unglaublich dummen mythen, die sich hartnäckig halten und immer noch als ausreden verwendet werden, um etwas gegen den willen eines anderen menschen zu tun.

jede frau, die schon mal in so einer situation war kann das bestätigen. und damit meine ich zum beispiel auch eine flirtsituation, die ins unangenehme kippt, weil ein “nein!” nicht verstanden werden will. und natürlich meine ich damit auch situationen, die körperliche und intime grenzüberschreitungen beinhalten. es ist und bleibt für mich immer eine form von gewalt und macht, das “nein!” des gegenübers zu negieren.

wenn ich mir ein 13jähriges mädchen vorstelle, das von einem sehr viel älteren mann mit drogen und alkohol befüllt wurde, das diesem mann deutlich ein “nein!” entgegen stellt, das trotzdem mit ihm sex haben muss, und dieser mann sich dann aus dem staub macht, in einem funktionierenden rechtssystem, dann ist mir das auch egal, wie prominent der ist, dann muss diese grenzüberschreitung in einem funktionierenden justizsystem doch zu ahnden sein.

da ist es mir egal, ob es damals unstimmigkeiten im prozess gab, ob der mann inzwischen preisgekrönte filme gemacht hat, ob das mädchen, mittlerweile erwachsen, keinen prozess will (übrigens um ihr privatleben zu schützen und nicht, weil sich irgendetwas an den vorwürfen von damals auch nur im geringsten geändert hätte).

denn ein “nein!” ist ein “nein!”, und das ist eine der wichtigsten lektionen, die man kindern beibringen sollte. sowohl das “nein!”-sagen als auch das “nein!”-respektieren.

und hier noch eine kurze zusammenfassung der wichtigen argumente in dem fall polanski:

über einen ähnlichen, gefährlichen und entwürdigenden mythos schreibt gingerbox, bei der ich auch das video oben gefunden habe, und hier gibt es einen guten artikel auf salon.com.

Blog Kalman

das blog von maira kalman in der new york times ist einfach schön. und persönlich. im aktuellen eintrag geht es um das gericht und um frauenrechte, unter anderem.

“i return to the court to hear justice ginsburg speak to law students. and in answer to the question “how does it feel to be the only woman in the court?” she answers simply, “lonely.”

aber auch ein eintrag davor ist so schön, über obamas inauguration. und überhaupt das ganze blog.

p.s.: solange sich eine frau in ihrem beruf einsam fühlen muss, weil sie die einzige unter lauter männern ist, und das im jahr 2009, ist es eben immer noch nicht vorbei mit dem dafür einstehen müssen, mit dem feministisch sein, mit der emanzipation.

jemand sprach laut seine gedanken aus, letzte woche, beim fortgehen in graz. er habe mein drehbuchlektorat gelesen, meinte er. ich hätte mich ja positiv geäußert zu dem drehbuch, hat er gesagt. sein erster gedanke war, ob ich etwa eine affäre hätte mit dem drehbuchautor.

dass ich in dem lektorat zur conclusio gekommen war, dass es hervorragend geschrieben und handwerklich gut strukturiert sei, aber auf grund der hauptfigur wohl dennoch keine zuseher finden würde, dass ich also sehr wohl differenziert und wie immer professionell abgewogen hatte, das ließ er, der mit dem drehbuch offensichtlich nichts anfangen konnte, außer acht. bleibt die frage, ob er mir auch eine affäre angedichtet hätte, wenn ich ein mann wäre.

den drehbuchautor kenne ich übrigens persönlich gar nicht. nie begegnet. niemals. aber das scheint ja nichts zur sache zu tun. es ist einigermaßen kurios, das alles.

perfect beauty can only be archieved with an airbrush.

video über das retouchieren von fotos in printmagazinen. interessante beobachtung: ein gemälde wird als kunstwerk rezipiert. ein foto, so retouchiert es auch sein mag, immer noch als realität.
(via swissmiss)

bush leaving

(via design crush)

sad guys on trading floors, ein weblog mit fotos von den verzweifelten kerlen in den börsen. es sind übrigens wirklich fast nur männer darauf zu sehen. was mich an diesen artikel erinnert, in dem es darum geht, dass männer ihren job eher als spiel sehen – eine eigenschaft, die sich frauen aneignen sollten, wenn sie in einer männerdominierten arbeitswelt mitspielen wollen. dieselbe botschaft, die mir von einer coachingfrau in einem sehr guten verhandlungsseminar beigebracht wurde. die zockermentalität lässt zwar im großen gerade eine ganze weltwirtschaft zusammenbrechen, hat im kleinen betrachtet aber auch vorteile, weil sich dadurch zum beispiel niederlagen viel leichter verschmerzen lassen.

das herumschlagen mit diversen online synonymwörterbüchern bringt die geschlechterdifferenzen sowas von zu tage, dass einem das kotzen kommen kann. natürlich finde ich kaum synonyme für “heldin”, wohl aber für “held”, dort wiederum dann auch weibliche angebliche synonyme wie “primadonna”. und bei der suche nach alternativen für “herrin” kommen bei den usereinträgen bumsbiene, pussy, schnitte und blasehase, bei den usereinträgen für die synonyme von “herr” hingegen kerl, macker und krone der schöpfung.-

sociological images weist auf werbung, bilder, schilder und alles andere hin, das man oft übersieht und bei dem es sich durchaus lohnt, es zu hinterfragen. dieses posting über wegretuschierte mädchen aus einem foto in einer ultra-orthodoxen israelischen zeitung zum beispiel ist interessant.

und es lohnt sich auch, bei miss tilly öfter mal reinzuschauen.

während ich wäsche aufhänge läuft im fernsehen ein portrait über frida kahlo. die off-stimme erläutert, dass ihr mann viele affären hatte. er konnte sich anderen frauen nicht entziehen, hieß es dann.
sich eines seitensprunges nicht entziehen können? es sollte wohl eher heißen, er wollte sich nicht entziehen, oder er entzog sich nicht. letzteres wäre immerhin eine neutrale feststellung. aber sich nicht entziehen können, das unterstellt ja, dass man sich einen seitensprung mal eben so unversehens einfängt wie einen grippevirus. ohne entscheidungen zu treffen, ohne wirklich beteiligt zu sein. dabei gäbe die deutsche sprache das doch her, dem subjekt dieses satzes seine verantwortung zu übertragen.

dieser artikel (via ppt) weist ärzte aller fachrichtungen auf die wirkungsweise der “pille danach” hin. dass die nebenwirkungen sehr gering sind. dass es sich nicht um einen schwangerschaftsabbruch handelt. und dann der absatz, in dem darauf eingegangen wird, dass die verfügbarkeit der pille danach laut einiger studien nicht zum lasterhaften herumvögeln (i.e. “promiskuität und unverantwortlicher umgang mit sexualität”) führt.

warum muss man im jahr 2008 immer noch durch studien belegen und extra anmerken, dass die verschreibung der pille danach nicht zum schlampentum führt? ich bin heilfroh, dass ich dieses medikament noch nie benötigt habe, wenn ich mir die erzählungen von freundinnen anhöre, die sich in aufgewühltem zustand nach einer verhütungspanne bei einem arzt erkundigt haben und arrogant und ohne rezept wieder heimgeschickt wurden bzw. von apothekern im vorfeld keine auskunft über die verfügbarkeit bekommen haben (”hätten sie halt besser aufgepasst”). dass man sich die moral von frenden menschen auf die nase binden lassen muss, dass es immer noch der aufklärungen bedarf, die in dem artikel aufgeführt sind, dass eine medizinische frage mit einer moralischen bewertung einher geht, wo es sich doch in keinster weise um eine abtreibung handelt, sondern um eine empfängnisverhütung. dass andere menschen das recht haben, das für einen zu bestimmen. dass man es nicht selbst in der hand haben darf. im jahr 2008.

ich bin als ehefrau ungeeignet. wenn man nach dieser tabelle geht. (und jetzt geh ich ein “linke emanze” tshirt kaufen. nämlich.)

als der relativ junge anwalt der gegenseite im heutigen prozess um die alte wohnung den angenehm klimatisierten kleinen verhandlungssaal betritt, sieht er sich kurz um, und anstatt sich zu setzen bleibt er stehen und fragt die richterin “kann man hier ein fenster aufmachen?”, woraufhin die richterin kaum von ihren akten aufschaut und meint “die kann man nicht aufmachen”, und der relativ junge anwalt der gegenseite erfolglos versucht einen smalltalk darüber anzuzetteln (”achja stimmt, die kann man nur kippen, oder?”).
der prozess geht extrem gut für die ehemalige mitbewohnerin und mich aus, warum ist uns selbst nicht ganz klar, und auch unser jurist vom mieterschutzverband wundert sich. freuen tut er sich aber mit uns.
und ich muss immer noch über den irritationsversuch des relativ jungen anwalts der gegenseite schmunzeln, der für mich klang wie aus einem buch “verhandlungstechnik 101″. (dass ich das mit dem fenster selbst in einem verhandlungsseminar mal gelernt habe, und dass das natürlich nur funktioniert, wenn man es dramaturgisch richtig einsetzt, nämlich in einem extrem heiklen verhandlungsmoment und nicht ganz am anfang, das amüsiert mich schon ziemlich.)

die neue kampfzone (über feminismus. nicht weglaufen. lesen.)

“als mitglied der emanzengruppe teile ich ihnen mit, dass ich ihren wunsch, vor ihnen flach zu liegen, keinesfalls erfüllen könnte. sie sind mir zu klein, daher ist mir das zu tief.” (quelle)

women as warriors in history. (via pony.exe)

(da schwebt mir ja schon seit langem ein ziemlich konkreter filmstoff vor, aber historische filme ohne männliche helden in der hauptrolle – träumen Sie mal schön weiter im jahr 2006 in der filmbranche…)