offenbar habe ich hier noch nie etwas über vivian maier geschrieben. die frau war in den 1950ern kindermädchen in chicago und hat in ihrer freizeit tausende von fotos gemacht. und zwar ganz herausragende street photography.
das erste mal wurde ich vor mehr als einem jahr auf sie aufmerksam, ich glaube über diesen artikel im stylespion. andrea diener hat dann später einen artikel in der faz über die photographin geschrieben. das schlug wellen, und jetzt gibt es eine ausstellung in hamburg.
ich mag hier gar kein photo reinstellen, weil die alle so gut sind. hier gibt es einen artikel samt bilderstrecke und hier das offizielle weblog, wo immer wieder neue bilder hochgeladen werden.
(ich neide der frau ihren blick.)
das.
mehr fotos von robert newald im photoblog des standard.
koffer packen. die kameras müssen noch mit. zwei analoge und eine digitale. photographieren ist eine so schöne angelegenheit. hach.
der photograph, der die schönen bilder des vorhergehenden kochbucheintrags gemacht hat, heißt übrigens carl kleiner und macht auch abseits des kochbuchs interessante photos und videos. ein photoweblog führt er auch.
Closer from Carl Kleiner on Vimeo.
“was macht ein herausragendes portrait aus?”
die frage stellte man verschiedenen photographInnen und ihre antworten findet man hier.
500 Photographers, which I’ve been really enjoying following, as far as I can tell, has only covered 17 women out of the 94 photographers it’s so far covered. That’s 18 percent. Now, I’m not blaming the author of the blog. I think it’s a great undertaking, and as I’ve said, I’m really enjoying it, for one. The fact is photography is dominated by men. Although women have been using cameras ever since their invention, they just don’t seem to stick around in the canon in the same numbers as men. Just look at Magnum’s group photo from its annual general meeting in June. There are 3 women. Out of 38 full members, that’s 8 percent. Not even 10 percent. And that’s rounding up!
das ist ein zitat aus einem innerer monolog über die komplexe frage der repräsentation von photographinnen in photobüchern und -websites. sind sie unterrepräsentiert? antwort: meistens ja. die zahlen sprechen für sich. und zwar nicht nur beim photographieren, sondern – das weiß ich aus erster hand – auch in filmberufen wie kamera und schnitt, in regie und drehbuch. in der ausbildung sind dort die frauen meistens noch besser repräsentiert, später ebbt es radikal ab. manchmal hat es unter anderem mit der entwicklung der technik zu tun, dass frauendominierte berufe wie schnittmeisterIn innerhalb der letzten jahre zu männerdominierteren werden. oft aber mit seilschaften. ich weiß von einer kamerafrau, die österreich verließ nachdem sie zwei projekte nicht bekam weil sie kein mann war und man sie das auch spüren ließ. jetzt lebt sie woanders und arbeitet an vielen spannenden filmen.
abgesehen davon gibt es noch ein meer an weiteren fragen, die mit feminismus, seilschaften, gleichberechtigung, wahl der mittel zum erfolg, dem unterschied zwischen quoten- und alibifrau, alten mustern, der frage nach der unterschiedlichen abbildung der menschen vor der kamera, und mit diversen anderen dingen zu tun haben. das thema ist sehr komplex und sehr persönlich. und das gefällt mir an dem artikel oben so gut: dass er immer subjektiv bleibt und die fragen, die ich mir auch immer wieder stelle fast naiv aufzählt und die komplexität der antworten einkalkuliert. und dass die autorin nicht zu einer großen conclusio kommt, sondern zu einigen feststellungen. und zu noch mehr fragen. genauso wie es mir bei diesem thema auch geht.
am ende des artikels wird auf einige photographinnen verlinkt, von denen ich die arbeit “edith und len” von kaylynn deveney besonders mochte. laura pennaks portraits sind mir neulich bereits untergekommen. und auch die arbeiten von jen davids, dort besonders ihre selbstportraits. die privatheit von kate hutchinsons serie “why am i marrying him” mag ich. die autorin des posts fügt in den kommentaren noch eine weitere liste mit photographinnen an.
und am ende noch ein kleiner exkurs zu einem artikel, den ich in den kommentaren des obigen postings gefunden habe. dort geht es um zahlen aus dem britischen literatur- und kunstbetrieb. und um die fragen die sich daraus ergeben:
When discriminators are challenged they produce snivelling fudges and sideswipes. Ceri Thomas, editor of Today, denies that sexism is behind the programme having one woman out of five presenters and one woman out of every 10 contributors. What is it then? The whim of the Gods?
sehr lesenswert, der artikel.
beim warten auf die ubahn hastet ein hagerer bleicher mann vorbei, ausgezehrt, lebensmittelalterlich, er hat lange schwarze rastas, wahrscheinlich ist es eine perücke. darüber trägt er große dj kopfhörer, einmal dreht er sich um und legt einen starren und irren blick an den tag.
ich habe den impuls ein photo zu machen, aber keine kamera dabei, und es wäre sowieso viel zu aufdringlich.
in der ubahn sehe ich mich um: kein mensch wie der andere, und trotzdem bin ich mit den einteilungen schnell zur hand – frisuren, kleidung, makeup, handymarken, einkaufstaschen. alles ergibt letztlich ein schnelles erstes bild (wobei es das englische image hier wohl noch besser trifft). vermutlich eines davon, was die person hinter der frisur, hinter ihrer kleidung, dem makeup, den einkaufstaschen samt inhalt repräsentieren möchte. ein bild, das aufschluss darüber gibt, wer sie gern sein möchte, womit sie sich identifiziert.
(dazu muss ich anmerken, dass ich es für erstrebenswert halte herauszufinden, was einem ganz im innersten entspricht und das zu leben und auszudrücken, dass ich aber auch denke, dass das sehr schwer herauszufinden ist und man sich in der zwischenzeit mit dem herstellen äußerer bilder einer selbst durch die oben genannten dinge behilft.)
wenn ich davon ein photo machte, würde ich letztlich also das bild abbilden, das sich der abgebildete mensch von sich macht.
ich überlege weiter, in welche situation man einen menschen bringen könnte, in der er unverhüllt auf sein inneres blicken ließe. vielleicht an einem völlig fremden ort, der mensch nackt, auf dem kahlen boden oder in der natur. und vor allem schlafend. und dann würde vielleicht ein photo entstehen, das den menschen selbst abbildet. aber selbst dann lägen die wahl des kameraausschnittes, die technik, der lichteinfall dazwischen.
viel interessanter ist natürlich die art von photographie, die den aufwand nicht braucht den menschen ausgezogen und schlafend an einen fremden ort zu verfrachten, sondern die durch die ganzen bilderzeugenden hüllen hindurch den kurzen augenblick einfängt, in dem diese hülle bricht.

photographien von philipp toledano, bekannt geworden durch seine photoserie days with my father.

photographien von zed nelson. sehenswert: die serie love me.
m. hat mir einen rest altes filmmaterial einer 35mm filmkamera in eine patrone gedreht. irgendein obskures russisches material, 50 asa, von mir mit 200 in der alten praktica belichtet, dann beim entwickeln gepusht und das negativ digital hochauflösend in einer selbstgemachten durchlichteinheit abfotografiert. ein experiment eben. ein schönes.


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