warum es immer wieder so stressig wird im job hängt bei mir ja auch mit dem ständigen ja-sagen zusammen. jetzt hab ich gestern erst mal zu etwas “jein” gesagt, und heute zu etwas anderem “nein”. gut so. (und immer auch aufs bauchgefühl hören.)
warum es immer wieder so stressig wird im job hängt bei mir ja auch mit dem ständigen ja-sagen zusammen. jetzt hab ich gestern erst mal zu etwas “jein” gesagt, und heute zu etwas anderem “nein”. gut so. (und immer auch aufs bauchgefühl hören.)
lustig: fahre vielleicht in zwei wochen zu einem filmscreening nach cannes. hab ich grad erfahren. mal abwarten.
update: ja, ich fliege hin! zwar muss ich alles selbst bezahlen (ich bin ja nicht wichtig genug), aber 1 tag nizza, 1 tag cannes (plus filmscreening und dinner party) und noch 1 tag nizza ist ja auch nicht verkehrt.
habe gerade durch das schreiben eines empfehlungsbriefes für einen ehemaligen studenten einen einblick in das amerikansiche uniaufnahmesystem bekommen.
wenn man sich bei unis oder für stipendien (wie in dem fall) bewirbt, werden die empfehlungsbriefschreiber wörtlich dazu angehalten, ja recht in superlativen zu schreiben und zu übertreiben. gleichzeitig ist dieser brief natürlich gegenüber dem studenten ganz geheim zu halten, weil er ja als völlig authentische bewertungsgrundlage dazu herangezogen wird zu beurteilen ob das stipendium oder der studienzugang gewährt wird oder nicht.
in amerika scheint es zudem eine ganze armee von dienstleistern zu geben, die solche briefe sowohl für studenten als auch für die empfehlenden formulieren.
(der ehemalige student und ich haben und recht ins fäustchen gelacht über diesen ganzen zirkus und natürlich vorbildlich mitgespielt.)
skypen mit byamba in ulaanbaator wegen seines drehbuchs. “you have to come here some time!”. ja, stimmt eigentlich, wieso nicht? (der mongolische akzent klingt ein wenig so, wie ich mir englisch mit klingonischem akzent vorstelle.)
maile gerade nach ulaanbaatar wegen einer drehbuchentwicklung. (was wäre meine welt ohne internet?)
bevor ich noch nach graz zur diagonale abreise, ereilen mich schon erste anrufe, in denen über diesen film und jene person geschimpft wird, wie könne denn das sein und dies auch, und überhaupt.
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kaum komme ich an, treffe ich schon die ersten bekannten, und alle haben offenbar den eröffnungsfilm gesehen, wo ich als komparsin mitspiele. ich muss lachen, weil mich in den letzten fünf jahren niemand auf meine drei dutzend dramaturgischen projektbetreuungen angesprochen hat, aber nach drei sekunden leinwandpräsenz in einem österreichischen spielfilm bin ich im gespräch. zumindest für meine berühmten 15 minuten ruhm.
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ich lasse mich kurz anstecken von dem ganzen geschimpfe das mich umgibt, von dem gerede: “hast du schon gehört, dass…”, “ich find ja voll arg, dass…”, “der hat ja auch schon wieder…”. am ende des ersten tages habe ich einen veritablen lagerkoller, und die zwei kalaschnikows, die ich am abend trinke, richten dagegen auch nichts aus.
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am freitag ist dann drehbuchtag, es werden preise verliehen, ich freue mich für die gewinner, auch wenn beim sekt danach schon wieder die häme ihre runden macht.
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warum macht eigentlich nicht jeder seinen job, gesteht den anderen die filme zu, die er oder sie macht, und man existiert friedlich nebeneinander. diese ganze energieverschwendung ist mir ein rätsel.
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am abend tanze ich mir bis vier uhr morgens die seele aus dem leib. so geht das mit dem spaß haben.
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der samstag verschwindet in meiner übermüdung. trotzdem sehe ich drei filme, sonst sehe ich fast niemanden. und am abend gehe ich früh schlafen. ich habe mich einfach ausgeklinkt. ein gutes gefühl.
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der sonntag ist ein schöner diagonale tag. fast alle sind schon weg, die hektik ist gewichen, und man kann in ruhe noch ein paar filme ansehen. auch im zug zurück nach wien ist niemand. ich schaue mir die pilotfolgen von “oz” und “tru blood” auf dem ipod an und erfreue mich an der parallelwelt aus hollywood, die auf meinem abspielgerät neben den arthouse filmtrailern existiert. so gefällt mir das.
eine der annehmlichkeiten meines lässigen berufes ist ja, manchmal zufällig bei castinggesprächen dabei zu sein und dabei hemmungslos alle feschen jungschauspielerfotos anzuglotzen, damit man seinen senf dazugeben kann. (wobei man dabei natürlich nicht ausblenden darf, wie hart diese auswahl vor sich geht und wie extrem sie sich im tv alltagsgeschäft an äußerlichkeiten aufhängt. und an der art des fotos zum beispiel und dem filmausschnitt auf dem demoband. so schnell und gnadenlos wie da aussortiert wird, kann man gar nicht schauen. und trotzdem sticht in der masse dann doch zum beispiel die besondere intensität eines blicks hervor, der genau zur rolle passt. ist schon interessant.)
weil burnout ja oft auch mit selbstausbeutung zu tun hat, habe ich heute zur abwechslung mal ein projekt abgelehnt. das fühlt sich gut an. (note to self: aber das jetzt bloß nicht zu oft machen, sonst sind die finanzen im arsch. wählerisch sein hingegen muss schön langsam mal drin sein.)
drehbuchanalyse unter (selbst gemachtem) zeitdruck mit blick auf die weltzeituhr schreiben, weil autor in l.a. sitzt und deadline nach “seiner zeit” vereinbart ist. auch mal was neues.
diese zwei besprechungen gestern und heute (für dasselbe projekt) sind so konfus, unstrukturiert und ohne fokus verlaufen, dass ich drei stunden später immer noch keinen klaren gedanken fassen kann.
(versuche es jetzt mit schreiben einer to do liste. punkt eins: einatmen. punkt zwei: ausatmen. punkt drei: denken.)
stressbewältigung geht u.a. so:
1. handy ausschalten, wenn man ein drehbuch liest, oder sich mal sonstwie 2 stunden am stück konzentrieren muss. (das mit dem handyabdrehen will geübt sein, am anfang hält man das nämlich nicht so ganz aus).
2. da ein grundübel für burnout andauernde überforderung ist: deadlines und zeiträume für bestimmte aufgaben realistisch planen UND dann nochmal 50% zeitpolster draufpacken. im augenblick veranschlage ich das doppelte der zeit von der ich denke, dass ich realistisch durchkomme (die realistische annahme ist bei mir nämlich immer noch unrealistisch, weil ich es gewohnt bin, mir zu viel zuzumuten.) dies ist von allem bisher der effizienteste ratschlag für mich, übrigens.
3. den automatischen minütlichen(!) emailcheck abstellen und auf manuellen check auf neue mails umstellen. (hätte mir c. nicht neulich entgeistert ins gesicht gesagt: “minütlich? da würd ich ja deppert werden”, hätte ich diese einfach sache wohl nie begriffen.)
4. eine hintergrundmusik einschalten (bei mir momentan der soundtrack zu “pride and prejudice”, da perlt das klavier so schön vor sich hin) und im itunes auf vollbildcoveranzeige gehen. somit weichen alle offenen programme aus dem blickfeld. alternativ: computer in den ruhezustand versetzen (aber letzteres pack ich nicht, ich ergründe aber noch, wieso. denn wenn die mail manuell gecheckt wird, kann man ja eh nix mehr versäumen, was sich da in den programmen im hintergrund abspielt. weil sich eben nix abspielt. seltsam.)
ein vorteil des freiberuflichen daseins ist, dass man von sportlichen betriebsausflügen verschont bleibt. (habe neulich erfahren, dass der chef einer produktionsfirma meines vertrauens zertifizierter schilehrer ist und es dort entsprechende winterveranstaltungen gibt. hilfe.)
erkenntnis beim geschäftsessen und auch nachher in der bar: der schotte an sich ist sehr trinkfest.
(und wenn man “english” sagt und “british” meint, tritt man in einen fettnapf. aber der schotte an sich hat humor.)