Archives for category: die stadt

der bestehende plafond wird angehoben und durch eine knapp sechs meter hohe gitterdecke ersetzt. in deren lochmuster zeichnen sich schemenhaft sisi und franz joseph aus den marischka-filmen der 1950er jahre ab. ticketinfos sollen mittels lichtwerfer an die wand projiziert werden.

mehr über disneyland das neue besucherzentrum in schönbrunn hier.

ch. im café jelinek getroffen, wir besprechen unsere seit einiger zeit geplante friedhofstour. der kellner sieht beim abkassieren ch’s friedhofsbuch auf dem tisch liegen, er blättert darin, will wissen, was wir vorhaben, wir erklären ihm, dass wir friedhöfe besichtigen wollen, und wahrscheinlich denkt er, wir haben den verstand verloren. zumindest sagt das sein gesichtsausdruck.
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erste station ist der friedhof der namenlosen am alberner hafen.
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die kälte ist beissend, ich finde meine handschuhe nicht, und wir haben uns das ein wenig anders vorgestellt. der friedhof für die angeschwemmten liegt schon längst nicht mehr an der donau, und im hintergrund wachsen blau-gelbe riesensilos in den himmel. es ist berührend, dass auf den gräbern blumen liegen, nach jahrzehnten immer noch, für menschen, deren namen man nicht einmal weiß.
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als wir beim zentralfriedhof ankommen, schneit es, besser gesagt: es schneeboasslt. ch. entwickelt ein beinahe wissenschaftliches interesse am schnee, denn sie kennt diese art von styroporkugelartigem schneeschauer nicht, was ich wiederum nicht glauben kann, weil ich annehme, dass es in ihrer alten heimat tirol immer schon mehr geschneit hat als in meiner alten heimat salzburg. nach unserer rückfahrt wird ch. ihre mutter anrufen, die ihr bestätigt, dass es so etwas wie graupelschauer auch in tirol gibt, aber ch. wird darauf bestehen, dass sie diese art schnee noch nie in ihrem leben gesehen hat.
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der graupelschauer wächst sich zu einem schneesturm mit blitz und donner aus, aber wir kämpfen uns tapfer durch die gegend, zuerst zu den ehrengräbern, dann kommen wir am babyfriedhof vorbei. auf der wiese davor hockt ein schwarm raben oder krähen, die aufflattern, als wir kommen. der babyfriedhof ist unheimlich, man kommt sich vor wie ein voyeur, und das alles ist unendlich traurig.
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wir kämpfen uns durch den schneesturm zum haupttor zurück und wärmen uns im auto auf. dann fahren wir zum tor 1 zurück und statten dem jüdischen friedhof einen besuch ab. unter meinen schuhen knirscht der schnee, die nässe kriecht an den hosenbeinen hoch. die umgestürzten grabsteine sind mit schnee bedeckt und alles wirkt sehr zeitlos.
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zum aufwärmen kehren wir im concordia ein und trinken glühwein. und dann sitzen wir dort ein paar stunden und erzählen uns dies und das. am ende bin ich müde, es war ein großartiger tag und ch. und ich fühlen uns wie entdeckerinnen im ewigen schnee.
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(c) fotos: i.häufler

am vormittag mit f. in der albertina den van gogh, schnee und eis und die sammlung baltliner aufgesaugt. dann noch prunkräume durchwandert, für wohnungsinspirationen. mittags am naschmarkt sushi gegessen. und später zwischen den olivenbäumen auf der terrasse vom café leopold kaffee getrunken. viel über kunst geredet, ein bisschen auch über den job und über mich. immer wieder auch gar nichts geredet. versucht mich zu erinnern, wann ich das letzte mal an einem wochentag so etwas getan habe. es fällt mir nicht ein.

mir geht es gut. und ich mag wien.

die zum sehr guten frühstück im café leopold gehörende marillenmarmelade ist laut karte selbst gemacht, schmeckt nicht wirklich süß, aber dafür nach nelken, und obwohl ich marillenmarmelade sonst nicht so mag, war das einfach hervorragend.
(im leopold sitzt man am sonntag in der früh am besten ganz oben auf der versteckten terasse zwischen den olivenbäumchen. die bobo-horden kommen dort erst ab 12 uhr.)

(ich glaube übrigens, dass das ein schönes kompliment für jeden koch ist. wenn wer sagt “normalerweise mag ich diese zutat ja nicht so gern, aber in dem fall…”.)

(c) fotos: ines häufler

übrigens ist der weg rechts am tiergarten vorbei durch den wald hinauf zur gloriette viel schöner als der in der mitte oder links. und der japanische garten vor dem tiergarteneingang fiel mir auch zum ersten mal auf.


schiefes wasser an der alten donau

(c) foto: ines häufler

oben am mariahilfer platz ist es unglaublich laut (manche nennen es musik), und es sind viele junge menschen dort in meist schwarzer oder tarnfarbener kleidung, mit hunden und kindern im schlepptau. und polizisten, die calippo eis lutschen. weiß einer, was da los ist?


(c) foto: ines häufler

(file under: nein, es ist nichts.)

sommer in wien: hier und dort.

heute leider zu spät den fotoapparat gezückt, um den rücken des jungen burschen abzulichten, auf dessen weißem t-shirt hinten in großen goldenen lettern die worte “vagina lover” prangten. und wie er ganz artig seine junge freundin (die mit den engen jeans, den absatzstiefeln und der bomberjacke) an der hand hielt.

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arger sturm. und regen. (und ich muss jetzt einkaufen wegen der gäste am abend und noch schnell ins büro und und und. naja. bleib ich halt daheim.)

auf die debatte über den freundlichen wiener.

das geräusch von der schneeschaufel auf dem gehsteig. (das verknüpfe ich ja auch nur selten mit wien als vielmehr mit der alten heimat.)