Archives for category: die arbeit

ich bin nervös und zu spät dran. deswegen rufe ich ein taxi. es ist ein wunderbar sonniger tag, der taxifahrer kennt offenbar jede einbahn und schleust sich vom sechsten bezirk richtung schwarzenbergplatz. es läuft großartige jazzmusik in seinem taxi, und irgendwann dreht er lauter. die vorbeiziehenden häuser sind der beste film zu diesem soundtrack, und wenn die sonne an der ampel durchs fenster scheint mache ich die augen zu und genieße die wärme. eine viertelstunde später komme ich an, völlig entspannt. beim aussteigen frage ich nach der musik, es ist cannonball adderly, und der taxifahrer freut sich weil ich mich so über die musik freue.

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den vortrag zu dem ich gefahren bin halte ich dann im spiegelzimmer an der filmakademie. in der mitte hängt ein luster, und die verspiegelten wandpanele sind wahrscheinlich von 1890, die tapeten sehen auch danach aus. das ist wunderbar, der vortrag läuft gut, die zuhörerInnen sind wach und stellen wirklich gute fragen.

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danach scheint immer noch die sonne und ich denke: das leben ist gut.

verbringe gerade viel zeit im büro und ertrinke in drehbüchern. da käme mir das hier recht zupass:

heart shaped hole punch (via swissmiss)

Uns ist in alten mæren   wunders vil geseit
von helden lobebæren,   von grôzer arebeit,
von freuden, hôchgezîten,   von weinen und von klagen,
von küener recken strîten   muget ir nû wunder hœren sagen. (*)

ich lese die aventüren mittelalterlicher recken nach, es handelt sich eigentlich um eine kleine recherche für ein filmprojekt, aber in wahrheit erinnere ich mich an den unterricht im mittelhochdeutschen in der germanistik, und wie ich mich gequält habe mit lautverschiebungen, übersetzungen und was weiß ich. vielleicht war es sogar das erste mittelhochdeutschseminar (und dann noch das eine anstrengende proseminar in sprachwissenschaft), das mich dazu veranlasst hatte statt der germanistik doch die publizistik als hauptfach meines studiums zu wählen.

und trotzdem sind diese ersten verse des nibelungenlieds etwas besonderes. sie haben sich bei mir eingeprägt, sie erwecken ein bild von männern mit schwertern, burgfräuleins, kämpfenden helden und heldinnen, von verrat, neid, missgunst, großer liebe und großem leid. dasselbe gefühl habe ich, wenn mir die ersten zeilen der odyssee unterkommen.

“singe mir, oh muse…” – es gibt wohl weniges das mächtiger ist als das geschichtenerzählen.

via designcrush.

Guess where I've been today.

gestern und heute graz, beruflich. sonntagsarbeit, die aber weniger schlimm war als befürchtet. trotzdem: sonntagsarbeit. ich habe meine seele der dramaturgiehölle verschrieben, es ist schön langsam amtlich.

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meine neue nikon d5000 gäbe ich am liebsten nie mehr aus der hand. überhaupt: das fotografieren – die reinste beruhigung für meine verkaufte seele.

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und dann noch barockmusik im ohr. (es geht jetzt wohl kaum noch bürgerlicher, aber scheiß drauf.)

Der umgangssprachliche Begriff Puff stammt von dem Würfelbrettspiel Puff, das sich nur geringfügig vom heutigen Backgammon unterscheidet. Puff wurde im Mittelalter in Gasthäusern gespielt, in denen Prostituierte ihre Dienste anboten. (quelle)

file under: unnützes wissen, das man prokrastinierenderweise anhäuft, wenn man am computer sitzt und über das drehbuchlektorat einer geschichte nachdenkt, die teilweise “im milieu” spielt.